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Traumfisch...
Die Meerforelle zählt zu den Salmoniden und gilt als die Stammform der Art Forelle. Die Durchschnittsgrößen liegen bei 50 Zentimetern. Längen bis 1.2 Meter und Gewichte bis zu 20 Kilogramm sind unter günstigen Lebensbedingungen möglich. Die Meerforelle ist verbreitet an den Küsten Europas vom Nordmeer bis zur Ostsee und Biskaya.
Mit Beginn des Herbstes ziehen gewöhnlich die geschlechtsreifen, ausgewachsenen Meerforellen zum Laichen in die Oberläufe ihrer Geburtsgewässer. Einige geschlechtsreife Meerforellen verweilen aber im Meer, man nennt diese Fische Überspringer. Sie sind eine von der Natur eingerichtete Reserve für den Fall, dass es während des Aufstiegs zu einem Unglück kommt und die anderen Meerforellen bei der Laichwanderung sterben. Überspringer sind blanke Fische, man erkennt sie an der silbernen Farbe und an den losen Schuppen. Andere Meerforellen wiederum, die sog. Fehlwanderer, entscheiden sich für den Aufstieg in ein fremdes Gewässersystem, aus dem sie nicht abstammen. Aus biologischer Sicht ist dieses Verhalten sehr sinnvoll, da die Häufigkeit der Genvariante zunimmt und sich gleichzeitig die Anzahl mischerbiger Individuen erhöht. Das Verhalten der Fehlwanderer wirkt der genetischen Verarmung entgegen und steigert die Resistenz des heimischen Meerforellenbestandes.

Aufsteiger - gleich zurück in sein Element...
Kiesiger Untergrund sowie sauberes und sauerstoffreiches Wasser sind die Voraussetzungen für das Gelingen des Laichgeschäfts und auch dafür, dass eine stattliche Anzahl an Nachkommen überleben kann. Die jungen Forellen verbringen die ersten 1-5 Jahre im Süßwasser und ernähren sich hauptsächlich von Kleintieren, wie Krebstieren, Insektenlarven und Vollinsekten. Einige der Meerforellen spezialisieren sich auf Fischnahrung, jedoch hängt dieses Verhalten in der Regel stark vom Nahrungsangebot des Gewässers ab. Mit der Zeit beginnen einige der kleinen Forellen flussabwärts zu wandern. Auf dieser Wanderung können Strecken bis zu 40 km am Tag zurückgelegt werden. Auf dem Weg zum Meer lauern viele Gefahren, daher ist es wichtig, dass sich die jungen Fische in guter Kondition befinden. Die Kräftigsten von ihnen erreichen schließlich das Meer, wo sie in kurzer Zeit die doppelte Größe von Bachforellen erreichen können.
Der neue Lebensraum Mit dem Übergang in die Küstengewässer werden aus den kleinen „Meerforellen“ im Bachforellengewand nun richtige Meerforellen. Die jungen Fische sind nun für das Leben im Meer bestens angepasst und können im Salzwasser überleben. Überschüssiges Salz in ihrem Körper, wird durch Öffnungen an den Kiemen ausgeschieden. Nachdem sich die Forellen im Mündungsbereich akklimatisiert haben, beginnt die Zeit des großen Fressens. Im Meer ist der Tisch reich gedeckt und Nahrung gibt es im Überfluss. Voraussetzung hierfür ist natürlich ein intaktes Ökosystem, mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Wenn die seichten Küstengewässer mit Leben erfüllt sind, fühlt sich auch die Meerforelle wohl und wächst bis zur Geschlechtsreife zu einer stattlichen Meerforelle heran.
Steigende Wassertemperaturen Schon Ende Februar steigen in der Regel die Wassertemperaturen langsam wieder an. Vor allem in den seichten Bereichen an der Küste erwärmt sich das Wasser schneller, als weiter draußen in größeren Tiefen. Das Quecksilber steigt nun schnell über 5° C, parallel dazu erhöht sich auch der Stoffwechsel der Fische – sie werden aktiver. In den frühen Nachmittagstunden, wenn die Sonne das Wasser angenehm erwärmt hat, kann man nun häufig Meerforellen bei der Jagd beobachten. Jetzt ist die hohe Zeit der Meerforellenangler gekommen. Dabei gilt die ganze Aufmerksamkeit den Überspringern und maßigen Grönländern. Die Chancen auf den silbernen Traumfisch sind jetzt sehr groß und viele schöne Fische werden im Frühjahr gefangen. Manchmal ist auch eine Regenbogenforelle darunter, jedoch bevorzugen diese Fische kleine Streamer und weniger Blinker oder Wobbler. Verwilderte Regenbogenforellen sind wunderschön und erreichen beachtliche Gewichte. Mindestmaße oder Schonzeiten gibt es für sie nicht.
Nahrung Die Meerforelle ernährt sich hauptsächlich von kleinen Fischen, Krebstieren und Würmern. Die Küstenbereiche bieten daher optimale Voraussetzungen bei der Suche nach geeigneter Nahrung. Zum Nahrungsspektrum der Meerforellen gehören unter anderem Sandaale und Stichlinge. Etwas später im Jahr kommen auch die Fischbrut der verschiedensten Meeresfische und Seeringelwürmer dazu. Die hungrigen Meerforellen werden mit den steigenden Wassertemperaturen immer aktiver und fressen sich jetzt so richtig „prall“. Die Fettreserven können die Fische dabei von Woche zu Woche steigern und vor allem bei den Absteigern sind zu dieser Zeit deutliche Gewichtszunahmen zu verzeichnen.
Konkurrenten Mit dem Mai kommen wie jedes Jahr die Hornhechte zurück an die Küsten, man kann fast die Uhr danach stellen. Sie sind echte Konkurrenten der Meerforellen, denn auch auf ihrem Speisezettel steht an erster Stelle Kleinfisch. Jetzt müssen die Meerforellenangler viele Würfe machen und oft sind es die pfeilschnellen Hornhechte, die den Meerforellen zuvorkommen. Um dennoch erfolgreich zu sein, sollte man gezielt frühmorgens und in den späten Abendstunden fischen. Mit dem Einzug des Sommers steigen die Wassertemperaturen schnell über 15° C. Das missfällt den Meerforellen und so ziehen sie in tiefere Bereiche und weiter hinaus in Richtung offenes Meer. Auch hier ist der Tisch für die Forellen reich gedeckt.
Es wird kälter Mit den ersten Herbststürmen fallen auch rasch die Wassertemperaturen. Die laichreifen Meerforellen haben sich bereits wieder im Küstenbereich und an den Süßwassereinläufen versammelt. Man erkennt sie leicht, da ihre Verfärbung bereits eingesetzt hat. Grob gesagt, sehen sie jetzt wieder aus wie Bachforellen. Einige haben bereits im Sommer mit dem Aufstieg in die größeren Flussysteme begonnen, denn ihr Weg zu den kiesigen Bereichen der Flussoberläufe ist oft sehr weit. Wassertemperatur und Strömungsverhältnisse signalisieren den Forellen, zu welchem Zeitpunkt der Aufstieg beginnen kann – das Zusammenspiel der Natur ist perfekt. Im Meer ist die Wassertemperatur bereits auf 15°C oder darunter gesunken. Jede Frostnacht lässt das Wasser weiter abkühlen. Die Futterfische und Garnelen sind seltener geworden. Einige Heringsschwärme halten sich noch in den tieferen Bereichen der Küstengewässer auf. Die Tage werden kürzer und das Jahr der Meerforelle neigt sich dem Ende, um gleich wieder aufs Neue zu beginnen. Mit packenden Drills und silberblanken Fischen, gleicht kein Tag dem anderen!
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